Die aktuelle Wirtschaftslage und die Ausbildungssituation, Fragen der Bildungspolitik wie der Übergang von der Schule in Ausbildung und Beruf, die Novellierung des rheinland-pfälzischen Hochschulgesetzes, sowie die geplante Neufassung des Mittelstandsförderungsgesetzes, die beabsichtigte Gründung einer Bürgschaftsbank Rheinland-Pfalz, das Landes-Tariftreuegesetz sowie weitere aktuelle Fragen der Wirtschafts- und Verkehrspolitik waren Gegenstand des jährlichen Meinungsaustausches zwischen der SPD-Landtagsfraktion und der Arbeitsgemeinschaft der Handwerkskammern Rheinland-Pfalz. An dem Gespräch nahmen seitens der SPD-Fraktion neben dem Vorsitzenden der SPD-Landtagsfraktion Rheinland-Pfalz, Jochen Hartloff, Mitglieder des Arbeitskreises Wirtschaft und Verkehr sowie die wirtschaftspolitische Sprecherin der SPD-Landtagsfraktion Margit Mohr, MdL, der verkehrspolitischer Sprecher der Fraktion Jens Guth, MdL, sowie die bildungspolitische Sprecherin der SPD-Landtagsfraktion, Ulla Brede-Hoffmann, MdL, teil. Die Arbeitsgemeinschaft der Handwerkskammern Rheinland-Pfalz war vertreten durch die Hauptgeschäftsführer Günther Tartter (Mainz), Ralf Hellrich (Kaiserslautern), Dr. Manfred Bitter (Trier) sowie Alexander Baden (Koblenz).
Wichtige Verkehrsprojekte im Land, wie etwa der Hochmoselübergang, die geplante Mittelrheinbrücke, der A1-Lückenschluss oder der B10-Ausbau, wurden bei dem Gespräch zwischen Politik und Handwerk übereinstimmend als notwendige und bedeutende Infrastrukturmaßnahmen begrüßt. Gerade die mittelständische Wirtschaft werde vom Hochmoselübergang oder von der Mittelrheinbrücke profitieren können, so die Gesprächsteilnehmer. Sinnvoll sei, auch in Zukunft mit einer Stimme für diese Projekte zu werben und auf die Vorteile dieser Infrastrukturmaßnahmen hinzuweisen.
Begrüßt wurde durch SPD-Fraktionschef Jochen Hartloff und Günther Tartter als Geschäftsführer der Arbeitsgemeinschaft die durch die Landesregierung geplante Novellierung des rheinland-pfälzischen Mittelstandsförderungsgesetzes mit dem Ziel, kleine und mittlere Unternehmen bei der öffentlichen Auftragsvergabe zu stärken, eine möglichst rasche Zahlungsabwicklung durch öffentliche Auftrageber zu erreichen und Förderprogramme auf ihre Nachhaltigkeit überprüfen zu lassen.
Beide Seiten verwiesen weiter auf die erfolgreiche Arbeit der Partner des Ovalen Tisches für Ausbildung und Fachkräftesicherung beim Ministerpräsidenten. Als weiteren Beitrag zur Gleichwertigkeit von allgemeiner und beruflicher Bildung werteten Hartloff und Tartter die Novellierung des rheinland-pfälzischen Hochschulgesetzes mit einem direkten Hochschulzugang für Meisterinnen und Meister und der Möglichkeit für Gesellinnen und Gesellen mit einem sehr guten bis guten Abschluss, nach zweijähriger Berufserfahrung ein Studium an FH oder Uni zu beginnen. Diese Durchlässigkeit könne die Motivation, insbesondere auch qualifizierte Jugendliche für eine handwerkliche Ausbildung zu gewinnen, noch stärken; stünden ihnen doch nun noch mehr Karrierechancen offen.
Kampagnen auf Landesebene, wie die "Morgen Meister!"-Kampagne, werteten die Gesprächspartner als gute Möglichkeit, Schülerinnen und Schüler frühzeitig auf die beruflichen Chancen hinzuweisen, die das Handwerk bietet. Weiter begrüßten sie die Vereinbarung zwischen Landesregierung, Wirtschaftskammern und Arbeitsverwaltung zur frühzeitigen Berufsorientierung.