Gut funktionierendes und vernetztes Verkehrssystem unersetzliche Voraussetzung für wirtschaftlichen Erfolg in der Fläche
Das Brot wird nicht im Internet gebacken und im Laufwerk eines Rechners ausgeliefert, der Heizungsbauer kann nicht aus seinem Unternehmen reparieren oder installieren, was der Kunde vor Ort verlangt: Für das Leben im Flächenland Rheinland-Pfalz ist ein gut funktionierendes Verkehrssystem unersetzliche Voraussetzung – gerade für das Handwerk als regionalem Versorger, Arbeitgeber und Ausbilder. Entsprechend setzen sich die vier rheinland-pfälzischen Handwerkskammern bei der Landesregierung für ein großräumiges funktionales Verkehrsnetz ein, das eng mit den landesinternen und regionalen Verkehrssystemen verbunden ist. Denn: „Trotz oder wegen der modernen Kommunikationstechnologien wird die Zukunftsfähigkeit des ländlich strukturierten Bundeslandes Rheinland-Pfalz immer noch und künftig zunehmend stärker durch die Leistungsfähigkeit seiner traditionellen Verkehrswege definiert“, heben die vier Kammern hervor.
Die Engpässe und Mängel im Straßenverkehrsnetz sind im Land bekannt und auch größtenteils als Maßnahmen in den regionalen Raumordnungsplänen aufgenommen. Das Handwerk unterstützt die Forderungen der Planungsgemeinschaften und weist hier auf deren Dringlichkeit hin. Ökologie, Demografie, Finanzierung, Planungsrecht, verstärkte Einbindung der betroffenen Bürger, Interessensschwerpunkte der lokalen Politik, der Landespolitik bis hin zur Bundespolitik, konkurrierende und ergänzende Verkehrsträger sowie technologische Entwicklungen – all das gelte es zu berücksichtigen bei den Entscheidungen für ein zukunftsorientiertes Verkehrssystem.
Das Handwerk partizipiert von Verkehrsachsen, wie es auch in besonderem Maße von Mängeln in diesem System betroffen ist. Die vier Handwerkskammern in Rheinland-Pfalz haben deshalb Zielformulierungen verfasst, in denen die wichtigsten verkehrstechnischen Anforderungen zusammengefasst sind.
Ausbau von Autobahnen und Bundesstraßen
Ein deutliches Lob aus dem Handwerk an die Landesregierung gibt es für den Lückenschluss der A1 – hier habe die Mainzer Regierung eine wichtige Maßnahme gegen andere Interessen in anderen Bundesländern und in der Bundespolitik vorangetrieben. Vergleichbares gelte für die A60, den Hochmoselübergang bei Zeltingen mit der Verbindung und den Ausbau der B50. Ergänzend in diesem Zusammenhang sieht das Handwerk die Investitionen in die A60 „Mainzer Ring“.
Wichtige Projekte für regionale Entlastung und überregionale Verbindungen
Dringend erforderlich ist, so das Handwerk in Rheinland-Pfalz, der Ausbau der A64 als Nordumfahrung Trier. „Die Verkehrsdichte im Großraum Trier-Luxemburg steigt – nicht zuletzt, weil diese Region ein ständig wachsender Wirtschaftsraum ist. Entsprechend hoch sind die Anforderungen an ein gut ausgebautes Wegesystem, dass die Stadt Trier nachhaltig entlastet“, so die Spitzen der vier Handwerkskammern. Vergleichbares gelte auch für die Projekte des Landesbetriebes Mobilität Rheinland-Pfalz (LBM) mit Blick auf die Bienenwaldautobahn (A65), den vierstreifigen Ausbau der Bundesstraße 10 zwischen Pirmasens und Landau wie den sechsspurigen Ausbau der A6 bei Kaiserslautern.
Weitere wichtige Ziele aus Sicht des Handwerks sind der Ausbau der Verbindung zwischen den Nord-Südachsen A3 und A45 sowie die Verbindung der B8-B414 und B255 bei Altenkirchen und Hachenburg hin zu den Landesgrenzen Hessens und Nordrhein-Westfalens. „Dies sind erklärte Ziele der Landesregierung, die nachdrücklich verfolgt werden müssen“, so die vier Handwerkskammern. Dazu zählten auch die Rheinquerungen bei St. Goar und St. Goarshausen und die noch zu prüfende Querung bei Linz. „Diese Verbindungen sorgen für das Zusammenwachsen von Wirtschaftsräumen und für eine erhebliche Verbesserung der Lebensqualität vor Ort.“ Straße, Schiene sowie Wasserwege seien als Verkehrs-Netzwerk zu sehen, dessen Leistungsfähigkeit ständig an die aktuellen Herausforderungen angepasst werden müsse.
Öffentlicher Personennahverkehr muss verbessert werden
Neben der Schaffung eines gut ausgebauten Wegesystems gelte es auch - gerade im ländlichen Raum - den Öffentlichen Personennahverkehr in seinem Angebot zu verbessern. „Viele Menschen sind auf diese Angebote angewiesen. Aus unserer Sicht gilt es gerade für Lehrlinge im ländlichen Raum, die Erreichbarkeit zwischen Wohnort und Ausbildungsstätte flächendeckend sicher zu stellen“, fordern die Handwerkskammern im Sinne der Zukunftsfähigkeit und der Nachwuchssicherung in der Fläche. „Das Land Rheinland-Pfalz und auch die regionalen Gebietskörperschaften haben in naher Zukunft und auf mittlerer Sicht ein Bündel an verkehrstechnischen Aufgaben zu erledigen“, fasst das Handwerk zusammen. „Die Kommunen werden mit der Erhaltung und Sanierung der Gemeindestraßen größtenteils überfordert sein. Hilfestellungen von Land und Bund sind notwendig.“