Handwerkskonjunktur in Rheinland-Pfalz stabil

31.10.2012

Trier/Rheinland-Pfalz. Die Beurteilung der Geschäftslage in den rheinland-pfälzischen Handwerksbetrieben ist nach wie vor positiv. 86 Prozent der Betriebe geben im Rahmen der aktuellen Konjunkturumfrage der Handwerkskammern gute oder befriedigende Einschätzungen ab. Trotz der guten Ergebnisse konnte das überdurchschnittlich hohe Niveau des Vorjahres (88 Prozent positive Beurteilungen) nicht ganz gehalten werden.

Für die Zukunft erwarten die Mitgliedbetriebe in den vier rheinland-pfälzischen Kammerbezirken Kaiserslautern, Koblenz, Mainz und Trier jedoch erneut eine positive Geschäftslageentwicklung - 86 Prozent (Vorjahr 87 Prozent) der Betriebe rechnen auch für das kommende Quartal mit guten oder befriedigenden Geschäftslagebeurteilungen.

Positive Einschätzung der Geschäftslage 

Mit 86 Prozent positiven Beurteilungen ist die Einschätzung der aktuellen Geschäftslage um 2 Prozentpunkte im Vergleich zum Vorjahr (2011: 88 Prozent) gesunken. Trotz des leicht schwächeren Wertes sind die Geschäftslagebeurteilungen nach wie vor sehr positiv zu bewerten. Für die Zukunft geben immerhin erneut 86 Prozent der Befragten an, eine gute oder befriedigende Geschäftslage im kommenden Quartal zu erwarten – trotz der sonst weit verbreiteten Unsicherheiten hinsichtlich der europäischen Schuldenkrise und bestehenden Rezessionsängsten.

Die meisten positiven Geschäftslagebeurteilungen werden im Kammerbezirk Koblenz mit 89 Prozent (2011: 88 Prozent) abgegeben. Mit etwas Abstand folgen der Kammerbezirk Mainz mit 85 Prozent sowie die Kammerbezirke Kaiserslautern und Trier mit jeweils 84 Prozent (Vorjahr: Kaiserslautern: 86 Prozent; Mainz: 86 Prozent, Trier: 93 Prozent) positiven Beurteilungen.

Bezogen auf die einzelnen Handwerksbranchen fällt die Einschätzung der derzeitigen Geschäftslage jedoch sehr unterschiedlich aus. So wird das gute Umfrageergebnis vor allem durch das Baugewerbe, das Ausbaugewerbe sowie die Handwerke des gewerblichen Bedarfs (z.B. Feinwerkmechaniker, Metallbauer) getragen. Die viel verbreitete Verunsicherung über die Folgen der Staatsschuldenkrise lassen vor allem Investitionen in heimische Immobilien vorteilhaft erscheinen, wodurch das Bauhaupt- und Ausbaugewerbe profitieren.

93 Prozent (Vorjahr: 94 Prozent) der rheinland-pfälzischen Betriebe des Baugewerbes bezeichnen ihre aktuelle Geschäftslage als gut oder befriedigend. Im Ausbaugewerbe sind dies 92 Prozent (Vorjahr: 91 Prozent), bei den Handwerken des gewerblichen Bedarfs immerhin noch 88 Prozent (Vorjahr: 87 Prozent).

Bei den Kfz-Betrieben ist die Stimmungslage mit 70 Prozent (Vorjahr: 82 Prozent) guten oder befriedigenden Geschäftslagebeurteilungen deutlich negativer. Weniger Absätze durch geringere Neufahrzeugverkäufe sowie ein schleppendes Werkstattgeschäft sorgen derzeit für eine eingetrübtere Stimmungslage bei auch weiterhin zurückhaltenden Zukunftseinschätzungen.

Von den personenbezogenen Dienstleistungsbetrieben (z.B. Friseure, Fotografen, und Textilreiniger) schätzen 78 Prozent (Vorjahr: 83 Prozent) die aktuelle Geschäftslage gut oder befriedigend ein. Im Gesundheitsgewerbe sind es ebenso wie im Nahrungsmittelhandwerk 76 Prozent (Vorjahr: 84 Prozent und 73 Prozent) positive Urteile.

Stabile Auftragslage 

Der Auftragsbestand und der Auftragseingang zeigen sich im Herbst dieses Jahres etwas schwächer als im Vorjahr, aber immer noch gut. So ist der Auftragsbestand bei 76 Prozent (Vorjahr: 80 Prozent) der rheinland-pfälzischen Betriebe gegenüber dem Vorquartal gleich geblieben oder angestiegen. Ein zumindest unveränderter Auftragseingang wird von 74 Prozent der Befragten gemeldet (Vorjahr: 80 Prozent).

Am besten stellt sich die Situation im Ausbaugewerbe mit 83 Prozent (Vorjahr: 85 Prozent) positiven Beurteilungen des Auftragsbestandes dar, gefolgt von 78 Prozent (Vorjahr: 87 Prozent) im Baugewerbe. Das Schlusslicht bildet in diesem Herbst das Kfz-Gewerbe mit 62 Prozent zumindest gleich hohen Auftragsbeständen (Vorjahr: 69 Prozent).

Die durchschnittliche Auftragsreichweite ist im Vergleich zum vergangenen Herbst leicht gesunken und beträgt aktuell 7,7 Wochen (Vorjahr: 8,2 Wochen). Das nach wie vor gute Niveau zeigt sich in den einzelnen Kammerbezirken leicht unterschiedlich. Die Betriebe im Kammerbezirk Trier und Kaiserslautern geben mit 7,9 Wochen (Vorjahr: 9,7 Wochen und 7,4 Wochen) den höchsten Auftragsvorlauf an, gefolgt von Koblenz mit 7,8 Wochen (Vorjahr: 8,7 Wochen). Im Kammerbezirk Mainz beträgt die durchschnittliche Auftragsreichweite aktuell 6,8 Wochen (Vorjahr: 7,4 Wochen).

Beständige Umsatzentwicklung 

Aufgrund der guten Nachfragesituation stellt sich auch die Umsatzentwicklung im rheinland-pfälzischen Handwerk positiv dar. Erneut 75 Prozent (Vorjahr: 80 Prozent) der Betriebe geben hier gleich gebliebene und gar weiter gestiegene Umsätze an.

Am günstigsten bewertet wird die Umsatzentwicklung gegenüber dem Vorquartal im Kammerbezirk Koblenz, wo 79 Prozent (Vorjahr: 81 Prozent) der befragten Handwerker gleiche oder steigende Umsätze verzeichnen können. In Trier sind es 75 Prozent (Vorjahr: 76 Prozent), in Kaiserslautern 74 Prozent (Vorjahr: 78 Prozent) und in Mainz 70 Prozent (Vorjahr: 75 Prozent).

Die Umsatzerwartungen für das nächste Quartal sind ebenfalls optimistisch. So rechnen 76 Prozent der Befragten zukünftig mit zumindest gleichen Umsätzen (Vorjahr: 77 Prozent).

Gesunkene Betriebsauslastung 

Die Auslastung im rheinland-pfälzischen Handwerk ist mit 69 Prozent der Betriebe, die eine Auslastung von über 70 Prozent angeben, nach wie vor gut (Vorjahr: 77 Prozent), wenn auch im Vergleich zum Vorjahr gesunken.

Am besten ausgelastet sind zurzeit die Betriebe im Kammerbezirk Koblenz, von denen 72 Prozent (Vorjahr: 75 Prozent) einen Auslastungsgrad von 70 bis über 100 Prozent verzeichnen. Von den befragten Handwerkern im Kammerbezirk Trier konstatieren 71 Prozent (Vorjahr: 77 Prozent) eine zufriedenstellende Auslastung. Auch im Kammerbezirk Kaiserslautern ist die Auslastung mit immerhin noch 68 Prozent (Vorjahr: 67 Prozent) zufriedenstellenden Angaben gut. Am schwächsten ist die derzeitige Betriebsauslastung, bei nur 64 Prozent (Vorjahr: 67 Prozent) der Betriebe, die eine Auslastung über 70 Prozent erzielen, im Kammerbezirk Mainz.

Im Branchenvergleich liegt die derzeitige Auslastung mit 83 Prozent (Vorjahr: 86 Prozent) gut ausgelasteten Betrieben im Baugewerbe noch mal deutlich über dem Durchschnitt. Ebenfalls gut ausgelastet sind die Betriebe des Ausbaugewerbes (81 Prozent) sowie der Handwerke des gewerblichen Bedarfs (75 Prozent). Mit etwas Abstand folgen das Nahrungsmittelgewerbe (59 Prozent), das Kfz-Gewerbe (47 Prozent) sowie die personenbezogenen Dienstleistungen und das Gesundheitsgewerbe mit gerade mal 44 Prozent der Betriebe mit einer Auslastung über 70 Prozent.

Gute Beschäftigungssituation

Die Beschäftigungsentwicklung im rheinland-pfälzischen Handwerk ist nach wie vor sehr stabil. Gegenüber dem Vorquartal nahmen 74 Prozent der befragten Betriebe keine personellen Veränderungen vor, 16 Prozent stellten weitere Mitarbeiter ein und nur 10 Prozent bauten Stellen ab. Die Angaben der Betriebsinhaber sind somit vergleichbar mit den Angaben des Vorjahres.

Hinsichtlich der zukünftigen personellen Entwicklung geben 81 Prozent an (Vorjahr: 83 Prozent), ihren Personalbestand in gleicher Höhe halten zu wollen, sechs Prozent planen Einstellungen (Vorjahr: 7 Prozent), wohingegen 13 Prozent (Vorjahr: 11 Prozent) befürchten, in den nächsten drei Monaten Mitarbeiter entlassen zu müssen.

Am meisten Personal wurde im Ausbauhandwerk eingestellt. 19 Prozent der Betriebe geben an, mehr Personal beschäftigt zu haben, gefolgt von den Kfz-Betrieben mit 18 Prozent zusätzlichen Einstellungen und dem Baugewerbe sowie den Handwerken des gewerblichen Bedarfs mit jeweils 17 Prozent.

Gesunkenes Investitionsvolumen

Die Investitionstätigkeit der Handwerksbetriebe in Rheinland-Pfalz ist etwas gesunken. 35 Prozent der Betriebe haben laut der aktuellen Umfrage eine durchschnittliche Summe von 35.000 Euro investiert. Im Vorjahr investierten 36 Prozent durchschnittlich 79.000 Euro in den eigenen Betrieb.

Die aktuell höchste Investitionsquote haben die Betriebe im Baugewerbe mit 46 Prozent (Vorjahr: 47 Prozent), gefolgt vom Nahrungsmittelgewerbe mit 38 Prozent (Vorjahr: 22 Prozent).

Für die nächsten drei Monate erwarten 63 % der rheinland-pfälzischen Betriebe gleich bleibende oder steigende Investitionen.

Gesunkenes Investitionsvolumen

 

Die Investitionstätigkeit der Handwerksbetriebe in Rheinland-Pfalz ist etwas gesunken. 35 Prozent der Betriebe haben laut der aktuellen Umfrage eine durchschnittliche Summe von 35.000 Euro investiert. Im Vorjahr investierten 36 Prozent durchschnittlich 79.000 Euro in den eigenen Betrieb.

Die aktuell höchste Investitionsquote haben die Betriebe im Baugewerbe mit 46 Prozent (Vorjahr: 47 Prozent), gefolgt vom Nahrungsmittelgewerbe mit 38 Prozent (Vorjahr: 22 Prozent).

Für die nächsten drei Monate erwarten 63 % der rheinland-pfälzischen Betriebe gleich bleibende oder steigende Investitionen.