Starke Handwerkskonjunktur in Rheinland-Pfalz

Trier/Rheinland-Pfalz.
Die Beurteilung der Geschäftslage in den rheinland-pfälzischen Handwerksbetrieben stellt sich positiv dar. 85 Prozent der Betriebe geben im Rahmen der aktuellen Konjunkturumfrage der Handwerkskammern gute oder befriedigende Einschätzungen ab. Die guten Einschätzungen der Geschäftslage des Vorjahres (86 Prozent positive Beurteilungen) können somit gehalten werden.

Für die Zukunft erwarten die Mitgliedsbetriebe in den vier rheinland-pfälzischen  Kammerbezirken Kaiserslautern, Koblenz, Mainz und Trier erneut eine positive Geschäftslageentwicklung - 87 Prozent (Vorjahr: 86 Prozent) der Betriebe rechnen auch für das kommende Quartal mit guten oder befriedigenden Geschäftslagebeurteilungen.

Positive Einschätzung der Geschäftslage

Mit 85 Prozent positiven Beurteilungen ist die Einschätzung der aktuellen Geschäftslage um  lediglich 1 Prozentpunkt im Vergleich zum Vorjahr (2012: 86 Prozent) gesunken. Die Geschäftslagebeurteilungen befinden sich damit nach wie vor auf einem hohen Niveau. Für die Zukunft geben erneut 87 Prozent der Befragten an, eine gute oder befriedigende Geschäftslage im kommenden Quartal zu erwarten – die Verschuldungskrise ist noch nicht überwunden, dennoch bleiben die regionalen Handwerksbetriebe hinsichtlich ihrer eigenen Geschäftslage optimistisch.

Die meisten positiven Geschäftslagebeurteilungen werden im Kammerbezirk Trier mit 87 Prozent (2012: 83 Prozent) abgegeben.

Es folgen die Kammerbezirke Koblenz und Mainz mit jeweils 86 Prozent (Vorjahr: Koblenz:  89 Prozent, Mainz: 85 Prozent). Weniger positive Beurteilungen gibt es im Rahmen dieser Umfrage im Kammerbezirk Kaiserslautern mit 83 Prozent (Vorjahr: 84 Prozent).

Bezogen auf die einzelnen Handwerksbranchen fällt die Einschätzung der derzeitigen Geschäftslage sehr unterschiedlich aus. Das gute Umfrageergebnis wird maßgeblich durch die bauwirtschaftlichen Aktivitäten beeinflusst. Die Bau- und Ausbauhandwerker beurteilen ihre Lage besonders positiv, zumal auch die Auftragslage insbesondere im Wohnungsbau anhaltend gut ist.

92 Prozent (Vorjahr: 93 Prozent) der rheinland-pfälzischen Betriebe des Baugewerbes  bezeichnen ihre aktuelle Geschäftslage als gut oder befriedigend. Im Ausbaugewerbe sind dies 91 Prozent (Vorjahr: 92 Prozent).

Die Stimmungsindikatoren in den übrigen Branchen sind zwar ebenfalls nach wie vor auf einem guten, aufgrund einer etwas geringeren gesamtwirtschaftlichen Dynamik jedoch auf einem leicht verhalteneren Niveau.

Die Beurteilung der Geschäftslage im Bereich der Handwerke für den gewerblichen Bedarf (z.B. Feinwerkmechaniker, Metallbauer, Elektromaschinenbauer) fällt aufgrund der schwächeren Auslands- und Investitionsnachfrage etwas geringer aus. 80 Prozent (Vorjahr: 88 Prozent) der Betriebe geben aber nach wie vor positive Beurteilungen ihrer aktuellen Geschäftslage ab.

Bei den Kfz-Betrieben ist die Stimmungslage mit 77 Prozent guten oder befriedigenden
Geschäftslagebeurteilungen wieder positiver als im Vorjahr mit 70 Prozent. Die Absätze durch Neufahrzeugverkäufe lahmen zwar weiterhin, allerdings können die Kfz-Handwerker auf ein leicht verbessertes Werkstattgeschäft blicken.

Die konsumnahen Handwerke profitieren weiterhin von der stabilen Konsumnachfrage. Von den personenbezogenen Dienstleistungsbetrieben (z.B. Friseure, Fotografen und  Textilreiniger) schätzen 78 Prozent (Vorjahr ebenso) die aktuelle Geschäftslage gut oder
befriedigend ein. Im Gesundheitsgewerbe sind es ebenfalls 78 Prozent (Vorjahr: 84 Prozent), im Nahrungsmittelhandwerk geben 81 Prozent (Vorjahr: 76 Prozent) positive Urteile ab.

Stabile Auftragslage und lange Auftragsreichweite 

Der Auftragsbestand und der Auftragseingang zeigen sich im Herbst dieses Jahres leicht positiver als im Vorjahr. Der Auftragsbestand ist bei 78 Prozent (Vorjahr: 76 Prozent) der rheinland-pfälzischen Betriebe gegenüber dem Vorquartal gleich geblieben oder angestiegen. Ein zumindest unveränderter Auftragseingang wird von 78 Prozent der Befragten gemeldet (Vorjahr: 74 Prozent).

Am besten stellt sich die Situation im Baugewerbe mit 86 Prozent (Vorjahr: 78 Prozent) positiven Beurteilungen des Auftragsbestandes dar, gefolgt von 84 Prozent (Vorjahr: 83
Prozent) im Ausbaugewerbe. Das Schlusslicht bildet in diesem Herbst das Kfz-Gewerbe  gemeinsam mit den Gesundheitshandwerken mit jeweils 63 Prozent zumindest gleich hohen Auftragsbeständen in Relation zum Vorquartal (Vorjahr: Kfz-Gewerbe: 62 Prozent, Gesundheitshandwerke: 71 Prozent).

Die durchschnittliche Auftragsreichweite ist im Vergleich zum vergangenen Herbst leicht gestiegen und beträgt aktuell 8,0 Wochen (Vorjahr: 7,7 Wochen). Das nach wie vor gute  Niveau zeigt sich in den einzelnen Kammerbezirken leicht unterschiedlich. Die Betriebe im Kammerbezirk Koblenz geben mit durchschnittlich 8,3 Wochen (Vorjahr: 7,8 Wochen) den höchsten Auftragsvorlauf an, dicht gefolgt von den Kammerbezirken Trier und Mainz mit  jeweils 8,2 Wochen (Vorjahr: Trier: 7,9 Wochen, Mainz: 6,8 Wochen). Im Kammerbezirk Kaiserslautern beträgt die durchschnittliche Auftragsreichweite aktuell 7,4 Wochen (Vorjahr: 7,9 Wochen).

Beständige Umsatzentwicklung 

Aufgrund der guten Nachfragesituation stellt sich auch die Umsatzentwicklung im rheinland-pfälzischen Handwerk positiv dar. 77 Prozent (Vorjahr: 75 Prozent) der Betriebe geben hier gleich gebliebene und gar weiter gestiegene Umsätze an.

Am günstigsten bewertet wird die Umsatzentwicklung gegenüber dem Vorquartal im  Kammerbezirk Koblenz, wo 80 Prozent (Vorjahr: 79 Prozent) der befragten Handwerker  gleiche oder steigende Umsätze verzeichnen können. In Kaiserslautern sind es 77 Prozent (Vorjahr: 74 Prozent), in Mainz 76 Prozent (Vorjahr: 70 Prozent) und in Trier 74 Prozent (Vorjahr: 75 Prozent).

Die Umsatzerwartungen für das nächste Quartal sind ebenfalls optimistisch. So rechnen 77 Prozent der Befragten zukünftig mit zumindest gleichen Umsätzen (Vorjahr: 76 Prozent).

Verbesserte Betriebsauslastung

Die Auslastung im rheinland-pfälzischen Handwerk ist mit 72 Prozent der Betriebe, die eine Auslastung von über 70 Prozent angeben, gegenüber dem Vorjahr (69 Prozent) leicht  angestiegen.

Am besten ausgelastet sind zurzeit die Betriebe im Kammerbezirk Trier, von denen 74  Prozent einen Auslastungsgrad von 70 bis über 100 Prozent verzeichnen (Vorjahr: 71 Prozent).
Von den befragten Handwerkern im Kammerbezirk Koblenz konstatieren 73 Prozent (Vorjahr: 72 Prozent) eine zufriedenstellende Auslastung. Im Kammerbezirk Mainz ist die Auslastung mit immerhin noch 71 Prozent (Vorjahr: 64 Prozent) zufriedenstellenden Angaben gut und deutlich besser als noch ein Jahr zuvor. Am schwächsten ist die derzeitige Betriebsauslastung im Kammerbezirk Kaiserslautern: Dort erzielen 69 Prozent (Vorjahr: 68 Prozent) der Betriebe eine Auslastung über 70 Prozent.

Im Branchenvergleich ist die derzeitige Auslastung mit 88 Prozent (Vorjahr: 83 Prozent) gut ausgelasteten Betrieben im Baugewerbe deutlich über dem Durchschnitt. Ebenfalls gut  ausgelastet sind die Betriebe des Ausbaugewerbes mit 80 Prozent der Betriebe. Mit etwas Abstand folgen die Handwerke für den gewerblichen Bedarf (71 Prozent), die  Gesundheitshandwerke (62 Prozent), das Nahrungsmittelgewerbe (59 Prozent), das Kfz-Gewerbe (52 Prozent) sowie die personenbezogenen Dienstleistungen mit gerade mal 42 Prozent der Betriebe mit einer Auslastung über 70 Prozent.

Gute Beschäftigungssituation

Die Beschäftigungsentwicklung im rheinland-pfälzischen Handwerk ist nach wie vor sehr stabil. Gegenüber dem Vorquartal nehmen 73 Prozent der befragten Betriebe keine personellen Veränderungen vor, 18 Prozent stellen weitere Mitarbeiter ein und nur 9 Prozent bauen Stellen ab. Die Angaben der Betriebsinhaber sind somit vergleichbar mit den Angaben des Vorjahres.
Vor allem die Bau- und Ausbauhandwerke haben zusätzliche Mitarbeiter eingestellt, um vorhandene Auftragspolster zügig abzuarbeiten. Im Ausbauhandwerk geben 21 Prozent der Betriebe an, mehr Personal beschäftigt zu haben, bei nur 8 Prozent, die Personal freisetzen.

Hinsichtlich der zukünftigen personellen Entwicklung geben 82 Prozent der Handwerksbetriebe an (Vorjahr: 81 Prozent), ihren Personalbestand in gleicher Höhe halten zu wollen, sechs Prozent planen Einstellungen (Vorjahr: ebenso), wohingegen 12 Prozent (Vorjahr: 13 Prozent) befürchten, in den nächsten drei Monaten Mitarbeiter entlassen zu müssen.

Differenzierte Investitionsentwicklung

Im Durchschnitt geben 35 Prozent der Betriebe an, Investitionen vorgenommen zu haben. Die durchschnittliche Investitionssumme liegt bei 31.000 Euro. Im Vorjahr investierten 35 Prozent durchschnittlich 35.000 Euro in den eigenen Betrieb.

Die Investitionstätigkeit der Handwerksbetriebe in Rheinland-Pfalz stellt sich in den  Branchen unterschiedlich dar. Die aktuell höchste Investitionsquote haben die Betriebe
im Baugewerbe mit 50 Prozent (Vorjahr: 46 Prozent), gefolgt vom Nahrungsmittelgewerbe mit 41 Prozent (Vorjahr: 38 Prozent). Die geringste Investitionsquote liegt bei den personenbezogenen Dienstleistungen vor, hier nahmen gerade mal 19 Prozent (Vorjahr: 27 Prozent) der Betriebe neue Investitionen vor.

Für die nächsten drei Monate erwarten 65 Prozent der rheinland-pfälzischen Betriebe gleich bleibende oder steigende Investitionen.